Pierre Jean Jourdan - Vom Schultheiß zum Hirschenwirt
Vom Palmbacher Schultheißen zum Hirschwirt in Hohenwettersbach
Ein Beitrag zur Palmbacher Waldensergeschichte, zur Familiengeschichte Jourdan und zu den historischen Besitz- und Rechtsverhältnissen in Hohenwettersbach.
Siehe auch Bericht in den BNN vom 30.09.2026 "Ehemaliges Gasthaus Hirsch in Hohenwettersbach steht zum Verkauf - In Hohenwettersbach wird das ehemalige Gasthaus Hirsch verkauft. In dem denkmalgeschützten Gebäude aus dem Jahr 1792 gibt es auf mehr als 500 Quadratmetern moderne Wohnqualität."
Pierre Jean Jourdan sen. (1754–1828) und das historische Gasthaus Hirsch in Hohenwettersbach
Das historische Gasthaus Hirsch in Hohenwettersbach ist eng mit der Geschichte der Familie Jourdan aus Palmbach verbunden. Pierre Jean Jourdan sen. (RIN 3539), langjähriger Schultheiß von Palmbach, erwarb das Gasthaus und war dort als Hirschwirt tätig. Historische Zeitungsanzeigen, Kirchenbucheinträge und Urkunden geben Einblicke in sein Leben sowie in die Besitz- und Rechtsverhältnisse des Anwesens.
Ehemaliges Gasthaus Hirsch in Hohenwettersbach im Jahre 2013
Pierre Jean Jourdan sen. - Herkunft und Familie
Pierre Jean Jourdan sen. (RIN 3539) wurde am 30. April 1754 in Palmbach als Sohn von Jean Frederic Jourdan (*1718) und Susanne Jourdan (Jordan) (*1715) geboren. Sein Vater war Kirchenältester und Bürgermeister beziehungsweise Gemeinderechner. Pierre Jean hatte drei Geschwister, die alle bereits im Kindesalter verstarben.
Seine Großeltern väterlicherseits waren Jean Jourdan (1689–1754), der von 1725 bis zu seinem Tod Schultheiß von Palmbach war, und Jeanne Bonin (1690–1730). Die Familie stammte ursprünglich aus dem Piemont und gehörte zu den frühen Waldenserfamilien Palmbachs.
Am 24. November 1772 heiratete Pierre Jean Jourdan in Großvillars Marie Talmon (1750–1810). Aus der Ehe gingen sechs Kinder hervor, darunter Pierre Jean Jourdan jun., der ebenfalls Schulmeister und Schultheiß in Palmbach wurde, sowie Louis Jourdan, der später Bürgermeister in Großvillars war.
Nach dem Tod seiner ersten Frau und zwischenzeitlich Hirschen-Wirt heiratete er am 29. Juni 1811 in Hohenwettersbach Barbara Justine Eise (1773–1832). Ihr vorehelicher Sohn Johann Jakob Jourdan wurde bereits am 12. Mai 1800 in Hohenwettersbach geboren.
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Ahnenforschung - Neue Ortsfamilienbücher Palmbach und Grünwettersbach
Auf den Spuren unserer Vorfahren – Ahnenforschung und die neuen Ortsfamilienbücher von Palmbach und Grünwettersbach
Mit den neuen Ortsfamilienbüchern Palmbach und Grünwettersbach liegt erstmals eine umfassende genealogische Dokumentation der Familien vor, die in Grünwettersbach seit etwa 1640 und in Palmbach seit der Ansiedlung der Waldenser ab 1701 und der Gründung der Waldenserkolonie im Jahr 1702 bis ins 20. Jahrhundert hinein lebten.
Die beiden Werke ermöglichen einen tiefen Einblick in die Familiengeschichte der beiden heute zu Karlsruhe gehörenden Stadtteile und zeigen zugleich die engen familiären Verbindungen zwischen Grünwettersbach, Palmbach und den umliegenden Waldenserorten.
Ortsfamilienbuch Palmbach
Das 152-seitige Ortsfamilienbuch Palmbach umfasst 713 Familien mit insgesamt 2.616 erfassten Personen. Teilweise sind auch reformierte Einwohner aus den Waldenserkolonien Untermutschelbach und Kleinsteinbach enthalten.
Die im Ortsfamilienbuch aufgeführten Daten stammen überwiegend aus den historischen Kirchen- und Familienbüchern der evangelischen Kirchengemeinde Palmbach. Dazu gehören Familienbuch, Taufbuch, Trauungsbuch und Sterbebuch. Das heute noch vorhandene Palmbacher Familienbuch wurde 1860 von Pfarrer Stephan Heinrich Werner als Abschrift des ursprünglich gemeinsam mit Untermutschelbach geführten Familienbuchs angelegt.
Weitere historische Kirchenbuchbestände der Palmbacher Kirchengemeinde sind im Evangelischen Archiv Baden und Württemberg über das Portal ARCHION zugänglich. Für die Erstellung des Ortsfamilienbuchs wurden die verschiedenen Quellen miteinander verglichen und zusammengeführt. Ergänzend wurden Angaben aus dem Ortssippenbuch von Theo Kiefner, „Die Waldenser auf ihrem Weg aus dem Val Cluson durch die Schweiz nach Deutschland 1532–1820/30“, Band 5, ausgewertet.
Durch die Zusammenführung dieser unterschiedlichen Quellen konnten Iris Riedlsperger und Roland Jourdan Familienzusammenhänge über mehrere Generationen nachvollziehen und die Geschichte der Palmbacher Familien dokumentieren.
Die Vielfalt der 156 Familiennamen zeigt eindrucksvoll die Entwicklung der Gemeinde – von den waldenserischen Ursprungsfamilien aus dem Piemont über Familien aus den badischen und württembergischen Nachbarorten bis hin zu späteren Zuzügen.
Ortsfamilienbuch Grünwettersbach
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Gaststätten, Eventlokale und Ferienunterkünfte in den Karlsruher Bergdörfern
Auf dieser Seite finden Sie Restaurants, Gaststätten, Cafes, Veranstaltungs-, Tagungs- und Eventräume, Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen in den Karlsruher Höhenstadtteilen Palmbach, Grünwettersbach, Stupferich, Hohenwettersbach und Wolfartsweier. 76228 Karlsruhe, Baden-Württemberg, im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord.
Sie wollen vor oder nach ihrem Besuch im Badischen Schulmuseum, der Begehung des Waldenserweges in Palmbach oder des Skulpturenparks Wettersbach oder nach einer Wanderung am Bergdörfer-Grenzweg und des Stupfericher Kulturwanderpfades einkehren? Bei uns gibt es eine große Anzahl guter Gaststätten.
Die angegebenen Öffnungszeiten können aus aktuellen Gründen abweichen.
Gaststätten in Palmbach
- Waldenserschänke, "Pizzeria", Waldbronner Straße 12, TSV Palmbach, Tel. 0721 – 45 8 98, www.waldenserschaenke.de Öffnungszeiten: Donnerstag und Freitag 12:00 – 14:00 Uhr günstiger Mittagstisch und 17:00 – 22:00 Uhr, Dienstag, Mittwoch und Samstag 17:00 – 22:00 Uhr und Sonntag 12:00 – 21:00 Uhr, Montags Ruhetag.
Zur Sommerzeit mit Biergarten.
Öffnet für Gruppen ab 15 Personen auch außerhalb der üblichen Öffnungszeiten.

- Schmalztöpfle, "Spezialitäten vom heissen Stein und Flammkuchen", Waldbronner Straße 6,
Tel. 0721 – 45 12 27, www.schmalztoepfle.de
Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag 18:00 bis 24:00 Uhr, Montags Ruhetag.
Zur Sommerzeit Biergarten bei schönem Wetter ab 17:00 Uhr geöffnet. Teilweise auch tagsüber geöffnet.
Öffnet für Gruppen ab 15 Personen auch außerhalb der üblichen Öffnungszeiten.
- Pistons Centro, Rudolf-Link-Straße 21, www.pistons-herzstueck.de
geöffnet Montag bis Freitag 9:00 Uhr bis 15:00 Uhr (Schnellimbiss und Werksverkauf), Tagesessen-Wochenkarte von 11:00 Uhr bis 14:00 Uhr.
Veranstaltungen nach Vereinbarung. Schulungs-, Event- und Speiseräume bis 80 Personen. Tel. 0721 - 350 54 1012
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Vor 325 Jahren kamen die Waldenser nach Grünwettersbach
1701 – Vor 325 Jahren kamen die Waldenser von Mörfelden-Walldorf in ihre neue Heimat
WALDENSERWEG-FÜHRUNG am Sonntag, 01. November 2026
Vor 325 Jahren, an einem Mittwoch, dem 4. Mai 1701, trafen die protestantischen Waldenserflüchtlinge im lutherischen Grünwettersbach ein, das damals – ebenso wie Untermutschelbach – zum Herzogtum Württemberg gehörte. Eine Gruppe von etwa 250 waldensischen Glaubensflüchtlingen fand in unserer Region eine neue Heimat.
Die Waldenser waren aus den Waldensertälern im piemontesischen Pragelatal – wegen ihres protestantischen Glaubens – vertrieben worden und hatten sich von 1699 bis 1701 vorübergehend in Mörfelden-Walldorf aufgehalten. Doch die Lebensbedingungen dort waren schwierig: Es fehlte an ausreichend fruchtbarem Land, die Bodenqualität war schlecht, und eine sichere Zukunft zeichnete sich nicht ab. Daher suchte ein Teil der Gemeinschaft nach neuen Siedlungsmöglichkeiten.
Im August 1700 wandten sich die Anführer Jean Balce und Laurens Berger aus Walldorf zunächst vergeblich an Baden-Durlach, bevor sie im Oktober desselben Jahres die herzoglich württembergische Regierung um Aufnahme baten. Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg gab die Zusage, einen Teil der Flüchtlinge in seinem Land aufzunehmen, da er nach den Verwüstungen und Bevölkerungsverlusten infolge zahlreicher Kriege und Krankheiten an der Ansiedlung neuer Einwohner interessiert war. Grünwettersbach hatte in dieser Zeit noch ungefähr 30 Bürger (Haushaltsvorstände mit Bürgerrecht), was je nach Familiengröße etwa 100 bis 150 Personen entsprach.
Am 22. April 1701 erhielten die Waldenser in Walldorf von Landgraf Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt die Genehmigung zum Abzug. Drei Tage später, am 25. April 1701, wurden den abziehenden Waldensern ihre Reisepässe ausgestellt. In den darauffolgenden Tagen führte Pierre Berger, der in Walldorf zum Bürgermeister gewählt worden war, die Waldenser nach Grünwettersbach und blieb auch dort zunächst in dieser Funktion tätig. Von den Walldorfer Bewohnern blieben 14 Familien mit 56 Personen
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